Gruß der gastgebenden Kirchen

Bishop Reinhart Guib
Reverend Ilona Szokacs-Nagy

Herzliche Einladung vom 27. August bis 2. September 2024 in das siebenbürgische Hermannstadt, auch bekannt als Sibiu und Nagyszeben. Als protestantische Kirchen Rumäniens fühlen wir uns geehrt, dass gerade unsere Region für die Ausrichtung der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ausgewählt wurde.

Lokale Gastgeberinnen sind die Reformierte Kirche in Rumänien, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien, die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, sowie die Evangelisch-Methodistische Kirche in Rumänien. Unterstützt werden wir durch die Unitarische Kirche, die in Siebenbürgen zu den historischen protestantischen Kirchen gehört, die aber nicht GEKE- Mitglied ist. So sind drei ungarischsprachige, eine deutschsprachige und eine rumänischsprachige Kirchen Ihre Gastgeberinnen.

Die Region Siebenbürgen ist historisch betrachtet schon lange protestantisches Gebiet. Bereits 1542 wurde Kronstadt/Brasov/Brasso eine Reformationsstadt. Stolz sind wir aber besonders darauf, dass 1568, erstmalig in Europa, durch das Edikt von Thorenburg/Turda das Prinzip der Toleranz zum Gesetz erhoben wurde. Das urkundlich 1190 erwähnte, siebenbürgisch-sächsische geprägte Hermannstadt, wird mit Sicherheit eine gute Gastgeberin sein. Die Vollversammlung trifft sich im Herzen der mittelalterlichen Stadt, in und rund um die Evangelische Stadtpfarrkirche, die auch im Logo der Vollversammlung aufgenommen ist.

Wir freuen uns besonders auf die Begegnungen in Hermannstadt und in der Region. Wir hoffen, dass Sie in dieser Zeit nicht nur etwas von der Geschichte, sondern auch von unseren Freuden und Sorgen mitbekommen, sowie von der Zuversicht, die uns in diesen stürmischen Zeiten trägt.          

Die Vorsitzenden des Gastgebenden Komitees
Bischof Reinhart Guib
Pfarrerin Ilona Szokacs-Nagy

Die gastgebenden Kirchen

Reformierte Kirche in Rumänien – 

Westlicher Kirchendistrikt 

Die reformierte Kirche in Rumänien ist vor allem in den ungarisch geprägten Regionen des Landes präsent. Entsprechend ist Ungarisch die dominierende Kirchensprache. Die Mehrheit der Gemeinden befindet sich in Siebenbürgen, es gibt aber auch den westlichen Kirchendistrikt mit Sitz in Oradea. Die freie Religionsausübung, die Religions-, Menschen- und Gemeinschaftsrechte ihrer Mitglieder und die Wiederherstellung ihrer Bildungs- und Sozialeinrichtungen betrachtet die Reformierte Kirche Rumänien als ihre wichtigsten Anliegen. Durch geistliche und materielle Erneuerung hat die Kirche Gotteshäuser, diakonische Einrichtungen und konfessionelle Bildungseinrichtungen errichtet und bemüht sich, die missionarische und soziale Arbeit voranzubringen.

Internet: www.krek.ro

Reformierte Kirche in Rumänien – Siebenbürgischer Kirchendistrikt

(Erdélyi Református Egyházkerület)
310.070 Gemeindeglieder, 508 Kirchengemeinden und 553 Pfarrerinnen/Pfarrer

Seit dem Fall des Kommunismus sind die Versammlungen der Kirchengemeinschaft nicht mehr auf die Kirchenmauern beschränkt, sondern auch öffentlich erlaubt. Dank der Solidarität und Unterstützung der Gläubigen vor Ort, der Schwesterkirchen im Mutterland, im Westen und in Übersee werden Einrichtungen, in denen die Kirche ihre erzieherische, diakonische und missionarische Arbeit verrichten kann, allmählich wiederbelebt.

Heute gibt es im reformierten Kirchenbezirk Siebenbürgen 15 Diözesen mit 505 Muttergemeinden, davon 84 Stadt- und 421 Dorfgemeinden, 85 Tochterkirchen und 553 Streukirchen. Insgesamt gibt es 521 eigenständige Einheiten in 1143 Gemeinden.

Internet: www.reformatus.ro

Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien

(Romániai Evanghélikus-Lutheránus Egyház / Biserica Evanghelica-Lutherana din Romania)
32.000 Gemeindeglieder, 37 Gemeinden und 116 Filialgemeinden, 44 Pfarrerinnen und Pfarrern

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien gehörte seit der Reformation bis zu den Grenzziehungen von Trianon 1920 der Evangelischen Kirche Ungarns an, seitdem lebt sie einerseits als ethnische und andererseits als religiöse Minderheit in Rumänien. In den letzten zwanzig Jahren ist die eigene lutherische Identität ebenso in den Fokus gerückt wie die Offenheit gegenüber größeren, lutherischen beziehungsweise protestantischen Schwesterkirchen, anderen Kulturen, Konfessionen und Völkern. Mit diesen Werten möchte sie mit ihren 27 000 Mitgliedern und 45 Pfarrern, zum gemeinsamen Aufbau der „Seele Europas“ beitragen.

Bischof: Dezső Zoltán Adorjáni
Bulevardul 21 Decembrie 1989 Nr. 1, 400105 Cluj (Kolozsvár/Klausenburg), RUMÄNIEN
Tel.: 0040 264. 59 66 14, Fax: 0040 264. 59 38 97
E-Mail: releph@yahoo.com

Internet: www.evangelikus.ro

Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

(Biserica Evanghelica C. A. din Romania)
11.616 Gemeindeglieder, 236 Gemeinden (einschließlich Kleinstgemeinden und Betreuungspunkte) , 34 Pfarrerinnen und Pfarrer

Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien blickt auf eine lange Geschichte in Siebenbürgen zurück und ist seit 1918 auf rumänischem Staatsgebiet eingebettet. Mit ihrer 500-jährigen lutherischen, siebenbürgisch-sächsischen und deutschsprachigen Geschichte und Tradition, ihrem Glauben und ihrer Spiritualität, Sprache und Kultur und ihrem Verständnis von Demokratie und Toleranz, steht sie für Gerechtigkeit und ein geeintes Europa.

Mit  ihrem Gemeinschafts- und Verantwortungsbewusstsein, dem Engagement für Ökumene und Dialog, Bildung und Wertevermittlung sowie Soziales und Umwelt, ist sie ihren Mitgliedern im In- und Ausland nahe, bietet Heimat und Identifikation und trägt auch zum demokratischen und ökumenischen Diskurs im Land und in Europa bei.

Bischof: Reinhart Guib
Landeskonsistorium: Strada General Magheru 4,
550185 Sibiu (Hermannstadt), RUMÄNIEN,
Tel.: 0040 269. 21 78 64 und 23 02 02 (Bischofsamt)
Fax: 0040 269. 20 68 64
E-Mail: ekr.landeskon@evang.ro

Internet: www.evang.ro

Unitarische Kirche in Rumänien

Die ungarische Unitarierkirche wurde 1568 in Siebenbürgen gegründet, zusammen mit dem Edikt von Torda, wo das erste Gesetz der Weltgeschichte zum Schutz der Religionsfreiheit verabschiedet wurde. Der Name “Unitarier” stammt von dem lateinischen Ausdruck: Unus est Deus, d.h. Gott ist einer, denn wir sind eine christliche Glaubenstradition, die an die Einheit Gottes glaubt. Der Zweck unserer Existenz ist es, liebevolle Gemeinschaften zu schaffen, die auf der Liebe und dem Dienst Gottes und dem Dienst an unseren Mitmenschen basieren. Für uns ist Jesus der größte Prophet auf Erden und der Heilige Geist ist die Kraft Gottes in uns. Wir sind offen für andere religiöse Traditionen und betrachten jeden als Partner, um Frieden, Liebe und Freundlichkeit in diese Welt zu bringen.

Evangelisch methodistische Kirche in Rumänien

Die Anfänge der heutigen methodistischen Arbeit in Rumänien reichen in das Jahr 1995 zurück. Eine erste Gemeinde entstand in Cluj-Napoca. Die Verantwortlichen beschlossen 2011, sich der Evangelisch-methodistischen Kirche anzuschließen. Die kirchliche Arbeit umfasst drei Gemeinden mit rund dreißig Kirchenmitgliedern und drei aktiven Pastoren.

Die Kirche engagiert sich in sozial-diakonischen Themen. Unter anderem werden Waisen, Teenager und Jugendliche, Krebspatienten, aber auch Geflüchtete aus der Ukraine betreut und begleitet. Außerdem betreibt die Kirche ein Hotel mit Kirchenräumen als Gemeinschaftszentrum. Die EmK pflegt enge ökumenische Beziehungen zur Griechisch-Katholischen Kirche, zur ungarisch-sprachigen Reformierten Kirche, zur deutsch-sprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie zur »Lords Army«, einer Erneuerungsbewegung innerhalb der Rumänisch-Orthodoxen Kirche.

https://www.bisericametodista.ro/