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Willkommen in Basel!

«Befreit – verbunden – engagiert»: Unter diesem Leitspruch treffen wir uns vom 13.-18. September in Basel zu unserer achten Vollversammlung. Ich heiße Sie alle herzlich willkommen, im Namen des GEKE-Ratspräsidiums, im Namen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und in Verbundenheit mit der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, unserer Gastgeberin vor Ort.

Das vergangene Jahr stand in ganz Europa unter dem Eindruck des Reformationsjubiläums. Hier in der Schweiz jedoch geht das Jubiläum bereits in die nächste Runde, 2019 feiert die Stadt Zürich ihren eigenen reformatorischen Aufbruch. Aber auch Basel spielt in der schweizerischen Reformationsgeschichte eine wichtige Rolle: Brennpunkt des Humanismus, Druckerei-Hochburg und Drehscheibe des reformatorischen Gedankenaustausches. Basel zählt zu den besonders weltoffenen und innovationsfreudigen Städten der Reformationszeit. Hier fanden Menschen, die um ihre Glaubens willen verfolgt wurden, Zuflucht, auch der Genfer Reformator Johannes Calvin.

Und noch immer steht Basel für große reformatorische Aufbrüche: 1973 unterzeichneten Kirchen aus ganz Europa auf dem Leuenberg vor der Stadt eine bahnbrechende Erklärung gesamtprotestantischer Kirchengemeinschaft, die Leuenberger Konkordie. Bald schon feiern wir ihr 50-jähriges Jubiläum. Unsere Basler Vollversammlung bildet einen ersten Auftakt dazu.

Basel als Tagungsort erinnert uns auch an die Aufgabe, nicht nur der innerprotestantischen Gemeinschaft, sondern darüber hinaus auch der ganzen Ökumene zu dienen. Die Vollversammlung findet – durchaus zeichenhaft – im einmaligen historischen Ambiente des Basler Münsters und des angrenzenden ehemaligen Bischofshofs statt. Hier tagte in den Jahren 1431-1481 das Konzil, ein Meilenstein der Kirchenreform.

Last, not least: Basel steht auch für das vielsprachige Europa. Die Stadt am Rhein liegt im Dreiländereck Schweiz, Deutschland und Frankreich, mitten in Europa, auf der Grenze zwischen dem deutschen und französischen Sprachraum. Gibt es einen besseren Ort, Einheit in Vielfalt sichtbar zu machen?

Die Schweizer Kirchen freuen sich auf Sie, liebe Delegierte aus über 30 Ländern Europas. Besondere Gelegenheit zur Begegnung bietet sich am Tag der gastgebenden Kirche am Sonntag, dem 16. September. Seien Sie alle herzlich willkommen – befreit, verbunden und engagiert!

Gottfried Locher

Der Eidgenössische Dank- Buß- und Bettag

Jeweils am dritten Sonntag im September findet gesamtschweizerisch der Eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag statt. Dieser staatlich verordnete Feiertag mit religiösem Charakter hat in der Schweiz eine lange Tradition. In diesem Jahr fällt die Vollversammlung der GEKE in Basel auf diesen Feiertag und bietet somit Einblicke in einen traditionsreichen und ökumenischen Feiertag.

Seit dem Spätmittelalter sind Dank- und Bußfeiern in der Geschichte der Schweiz immer wieder bezeugt, insbesondere in Zeiten der Not. Mit der Gründung des Bundesstaates 1848 gewann der Dank- Buß- und Bettag staatspolitische Bedeutung. Er nahm in dieser Zeit seinen Anfang als staatlich verordneter Feiertag und wurde jährlich wiederholt.

Damals standen der noch junge Staat und der Religionsfriede zwischen Reformierten und Katholiken auf wackeligen Beinen. Mit einem gemeinsamen Dank, Buß- und Bettag wurde auf die gemeinsame Verwurzelung in der christlichen Tradition hingewiesen und die gemeinsame Besinnung gab dem fragilen Staatsgerüst ein festigendes Element. Der Dank-, Buß- und Bettag sollte den Respekt vor politisch und religiös Andersdenkenden fördern und wurde zum Zeichen und Instrument staatlicher und konfessioneller Einigung. Die Kantonsregierungen veröffentlichten zu diesem Zweck jeweils eine Botschaft an das Volk, das sogenannte Bettagsmandat. Heute wird diese Tradition vorwiegend durch die Landeskirchen und Bistümer wahrgenommen, wobei es noch immer offizielle behördliche Texte zum Bettag gibt.

Die drei Motive: Danken, Buße tun, Beten, geben dem Feiertag ihren Namen und sind wichtiger Bestandteil des Feiertags. Buße tun und Verzicht üben gehörten von Anfang an zum Bettag: In einigen Kantonen sind Sport-, Tanz-, Kultur- und Unterhaltungsanlässe am Bettag noch heute verboten. Ebenfalls üblich war es, an diesem Tag zu Fasten. In diesem Zusammenhang entstand auch die heute noch beliebte Tradition des Zwetschgenkuchens, den man am Bettag zu Mittag geniesst. Man verzichtete bewusst auf das sonst übliche Sonntagsmahl zugunsten eines Zwetschgenkuchens.

Der Aspekt des „Buß-Tuns“ ruft uns kritisch ins Bewußtsein: Unser Land lebt auf großem Fuß, sein Wohlstand geht auf Kosten anderer Nationen und Erdenbewohner. Verzicht und Selbstbeschränkung machen an diesem Tag deutlich, dass es auch anders geht.

Dankesmotive sind beim Bettag seit dem 17. Jh. bezeugt. So wird immer wieder für die Verschonung vor Gewalt, Katastrophen oder Krisen gedankt. Man zeigt sich aber auch dankbar für die Menschen, die sich tagtäglich für die Schweiz einsetzen, sowie für die großen Leistungen vorhergehender Generationen.

Seit 1517 ist ein eigenes „Großes Gebet der Eidgenossen“ bezeugt. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) greift diese Tradition auf und hat ein stets gleichbleibendes Bettagsgebet formuliert. Es soll am Bettag in allen Gottesdiensten der christlichen Kirchen gesprochen werden und ein Zeichen der Einheit von Christinnen und Christen bilden.

In einer säkularisierten und pluralistischen Gesellschaft steht der Eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag aber immer wieder in der Kritik. Ist es Aufgabe des Staates, einen christlichen Feiertag zu verordnen?

Der Bettag ist mehr als ein christlicher Feiertag. Er erschöpft sich nicht in frommem Brauchtum, sondern ist bleibend aktuell. Er hat auch eine politische Dimension und beansprucht Öffentlichkeitscharakter. Es macht durchaus Sinn, dass der Staat seinen Einwohnerinnen und Einwohnern einmal im Jahr einen Halt anbietet, damit sich diese über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg auf gemeinsame Orientierungspunkte und Werte besinnen und verständigen.

Heute wird der Eidgenössische Bettag als ökumenischer Feiertag begangen und die Gestaltung des Feiertags wird größtenteils den Kirchen überlassen. Er ist ein Tag der Solidarität, der zeigt, dass wir Menschen zusammengehören, dass wir als „Kinder Gottes“ untereinander und mit der ganzen Schöpfung Gottes verbunden sind, dass wir Verantwortung füreinander und für die Schöpfung tragen.

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  • Update 9. April: Kirchengemeinschaft